Jazz Jumelage
Eintritt frei
Jazz, der atmet, was war – und singt, was sein könnte
Es beginnt mit einem Lied. Nicht laut. Vielleicht nur gesummt. Vielleicht von einer, die in ihrer Kindheit barfuß durchs Gras lief und später die Melodie vergaß. Oder von einem, der längst fortgezogen ist, aber im Traum manchmal noch hört, wie es am Brunnen klingt, wenn jemand „Kein schöner Land“ anstimmt.
Und es beginnt wieder – mit Musik. Diesmal nicht im Dorf, sondern im künstlerischen Exil. Mit Musikern, die kommen, um zu bleiben. Zumindest für ein paar Tage. Aus Paris, Brüssel, Utrecht, Münster, Recklinghausen.
Ein Resonanztagebuch in mehreren Sätzen
Begonnen hat es im Juni, mit einem ersten Aufschlag in Münster, Paderborn und Steinfurt. Damals probten die Musiker in der Landesmusikakademie Heek. Damals waren es andere Stimmen, andere Klangfarben: Sie interpretierten Volkslieder, ohne ihnen den Staub zu lassen. Keine ironische Brechung, kein „Jetzt machen wir’s mal hip“ – sondern eine respektvolle, manchmal zärtliche, manchmal mutige Bearbeitung. Die Lieder, die einst in den Stuben der Bauernhöfe klangen, bekamen Flügel. Und das Publikum hörte hin.
Im September folgt nun der zweite Satz. Die zweite Stimme. Eine neue Farbe.
Ab dem 1. September versammeln sich fünf Musiker im Künstlerhaus Schwalenberg. Sie heißen Noé Clerc (Akkordeon, Paris), Fabrice Alleman (Saxophon, Brüssel), Theo de Jong (Bass, Utrecht), Markus Gahlen (Gitarre und Gesang, Recklinghausen) und wieder Sebastian Netta, der die musikalische Leitung innehat. Sie beziehen das Haus, nicht nur mit ihren Koffern, sondern mit ihrer Neugier. Sie proben, sprechen, improvisieren – lassen sich von den Mauern inspirieren, von den Menschen, den Geschichten, den Wegen in den Teuto.
Die Stationen dieser zweiten Konzertreise sind gesetzt:
am 5. September auf dem Marktplatz in Schwalenberg,
am 7. September auf Burg Sternberg.
Jede dieser Stationen ist mehr als ein Ort. Es sind Bühnen, die keine Grenzen kennen, weder stilistisch noch geografisch. Die Bonsai-Bühne – eine mobile, kleine Bühne aus Holz, die wie ein Yatai durch die Landschaft reist – wird dabei zum Symbol: für das Große im Kleinen, das Globale im Lokalen.
Musik als Sprache, wo Worte nicht mehr reichen
„Jumelage“ – das Wort stammt aus dem Französischen und meint Städtepartnerschaft. In diesem Projekt bekommt es eine klangliche Dimension. Die Musiker wurden gezielt aus Partnerstädten und Freundesnetzwerken eingeladen. Was sie verbindet, ist nicht nur die Musik, sondern der Wille zur Verständigung – über Melodie, Rhythmus, Improvisation.
Text: Sebastian Netta

Beginn und Anfahrt
- Datum: 07. September 2025 um 15:00 Uhr